Presseerklärung von „Christen in der AfD“ und des „Deutschen Akademikerverbandes“

Eine Online-Petition unter dem vielsagenden Namen „Aufforderung zur Stellungnahme und Distanzierung von den Neuen Rechten an Bischof Rentzing“ mit dem Erstunterzeichner Pfarrer Dohrn von der Peterskirche Leipzig fordert eine Erklärung von dem sächsischen Landesbischof Rentzing, dass er das Band der Alten Prager Landsmannschaft Hercynia im Coburger Convent niederlegen möge. Dabei wird nicht politisch argumentiert, sondern lediglich darauf abgestellt, dass es sich um eine schlagende Verbindung handele.

„Christen in der AfD“ und der „Deutsche Akademikerverband“ sind gleichermaßen entsetzt über Arroganz dieser Petition. Ein Bischof war als junger Mann in einer Studentenverbindung mit Lebensbundprinzip aktiv geworden, nun ist er Alter Herr. Als Landsmannschaft im Coburger Convent verfolgt die Verbindung keinerlei politische Ziele. Christen seiner Landeskirche fordern nun den Bruch seines Burscheneides durch Niederlegung des Bandes.

Man fragt sich, was dahinter stecken könnte. Poltische Erwägungen sind es offensichtlich nicht. Nein, die Petition greift das Mensurprinzip an, ein Prinzip mit dem gerade die evangelische Kirche niemals ein Problem hatte. Pfarrer Dohrn ist Mitglied der „Grünen“, aber kann das die Forderung erklären? Geht es darum, dass der Pfarrer seiner Partei und seiner Kirche Schaden zufügen möchte, indem er einem autoritären Verbotskurs das Wort redet? Immerhin wurden schlagende Verbindungen im „Dritten Reich“ zur Selbstauflösung gezwungen und waren in der „DDR“ gänzlich verboten.

Christen und Akademiker müssen einer solchen autoritär-intoleranten Haltung aus der Mitte der Kirche entschieden entgegentreten. Es darf nicht sein, dass mit dem Hinweis auf das Christentum völlig legale Vereine wie schlagende Studentenverbindungen diffamiert werden. Die Mensur ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs rechtens, weil der Gegenpaukant in die mögliche Körperverletzung eingewilligt hat.

Wir begrüßen es, wenn Studenten sich in schlagenden Verbindungen sammeln, weil sich dadurch der Mut für das Leben stählt. Gerade Mut ist erforderlich, um sich in der Zivilgesellschaft gegen eine überbordende „political correctness“ zu wehren. Wenn totalitäre Tendenzen überhand nehmen, brauchen wir Akademiker und Christen, die sich dem tapfer entgegenstellen. Die studentische Mensur stellt hierfür ein hervorragendes Erziehungsmittel dar!
Roland Ulbrich, Vorstandsmitglied des „Deutschen Akademikerverbandes“

Jörg Kühne, Regionalsprecher der „Christen in der AfD“

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